Sustainability and Corporations

 

Allgemeine Übersicht


Der Masterstudiengang Betriebswirtschaftslehre besteht aus einem allgemeinen Pflichtbereich (20 ECTS), einem allgemeinen Wahlpflichtbereich (30 ECTS), vier (alternativ wählbaren) Vertiefungsbereichen (50 ECTS) und Ihrer Masterarbeit (20 ECTS).

Jede der vier Research Areas der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften verantwortet dabei je einen Vertiefungsbereich. Diese sind:

  • Corporate Development and Strategy, verantwortet durch die Research Area „Managerial and Organizational Economics“ (MOE)
  • Operations Research and Management, verantwortet durch die Research Area „Operations Research and Management“ (ORM)
  • Innovation, Entrepreneurship and Marketing, verantwortet durch die Research Area „Technology, Innovation, Marketing and Entrepreneurship“ (TIME)
  • Sustainability and Corporations, verantwortet durch die Research Area „Energy, Mobility and Environment“ (EME).

Diese Struktur ist in Abbildung 1 für Sie zusammenfassend dargestellt.

  EME Master Urheberrecht: EME Abbildung 1: Aufbau des M.Sc. Betriebswirtschaftslehre  


Allgemeiner Studienverlauf


Der Allgemeine Pflichtbereich (20 ECTS) beinhaltet vier fest vorgegebene Veranstaltungen mit einem methodischen Schwerpunkt. Diese sind Econometrics, Advanced Microeconomics, Operations Research I und Corporate Social Responsibility, die nach aktuellem Stand im Wintersemester gelesen werden und wichtige Grundlagen für Folgeveranstaltungen legen.

Im Allgemeinen Wahlpflichtbereich (30 ECTS) können Sie aus über 30 Modulen aller vier Vertiefungsrichtungen frei wählen und so beginnen, inhaltliche und methodische Schwerpunkte zu setzen. Auf diesem Wege können Sie Ihr Studium auf Ihre Interessen und Ambitionen zuschneiden. Eine Übersicht aller derzeit angebotenen Module im Allgemeinen Wahlpflichtbereich finden Sie unter Lehrangebot.

Der Vertiefungsbereich (50 ECTS) ist für Ihre Profilbildung von besonderer Bedeutung, da er eine klare inhaltliche Spezialisierung ermöglicht.

Für die Vertiefung Sustainability and Corporations hat die EME Research Area ihr Lehrangebot den Bereichen KERN, ERGÄNZUNG und PROJEKT zugeordnet. Weiter unten werden die Inhalte dieser drei Bereiche genauer beschrieben. Abbildung 2 skizziert exemplarisch die Belegung der vier genannten Veranstaltungstypen im Rahmen der Vertiefung der EME Research Area. Die zeitliche Verteilung der Module kann bis auf den Allgemeinen Pflichtbereich von Ihnen variiert werden. Zu beachten ist ferner, dass Sie als Teil Ihrer Vertiefung mindestens ein Projektmodul aus dem Angebot der Research Area belegen müssen.

  EME Master Urheberrecht: EME Abbildung 2: Allgemeiner Studienverlauf mit Vertiefung „Sustainability and Corporations“  


Vertiefung „Sustainability and Corporations“


Ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen zeichnet sich dadurch aus, dass es neben ökonomischen auch soziale und umweltbezogene Aspekte als Kernbestandteil seines Geschäftsmodells ansieht. Gerade global agierende Unternehmen müssen heute mehr denn je nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen ihrer Anspruchsgruppen begegnen. So werden z.B. in der Textilindustrie die Schaffung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, die Lohngerechtigkeit und die Umweltwirkungen der Herstellungsprozesse seit einiger Zeit kritisch diskutiert. Gleichzeitig verändern sich durch neue, umweltorientierte Technologien die Geschäftsmodelle ganzer Märkte. Beispielsweise werden Mobilitätsbedürfnisse künftig voraussichtlich mithilfe neuer Antriebstechnologien (E-Mobilität, Brennstoffzellenautos) gedeckt. Dadurch verändert sich nicht nur das Endprodukt, sondern die gesamte Wertschöpfungskette über Zulieferer, Fahrzeughersteller, Batteriehersteller, Servicedienstleister, das Tankstellennetz bis hin zu Akteuren in sekundären Wertschöpfungsketten (z.B. Batterierecycling). Auch die Energieversorgung, der Bausektor sowie die Logistikbranche stehen vor umfassenden Umbrüchen. Gleichzeitig hat sich die Attraktivität der Produktrückführung und des Recyclings von Altprodukten infolge gestiegener Rohstoffpreise und geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen in den letzten Jahren massiv erhöht.

  EME Master Urheberrecht: EME Abbildung 3: Dreisäulenmodell der Nachhaltigkeit  


Die Vertiefung „Sustainability and Corporations“ greift diese Themen auf, um Sie auf die Lösung globaler Herausforderungen vorzubereiten. Die Veranstaltungen thematisieren unter anderem folgende Fragestellungen:

  • Welche normativen Aspekte spielen bei der Lösung umweltbezogener und sozialer Fragen eine Rolle?
  • Wie kann die Einhaltung sozial vertretbarer Arbeits- und Geschäftspraktiken in globalen Wertschöpfungsketten sichergestellt werden?
  • Welche sozialen und technischen Innovationen tragen zur Lösung umweltbezogener und sozialer Probleme bei?
  • Wie lassen sich Wertschöpfungsketten ressourceneffizient ausgestalten?
  • Welche Konsequenzen hat unternehmerisches Handeln speziell für künftige Generationen?
  • Welche Pfadabhängigkeiten werden durch die Investition in ultralanglebige Wirtschaftsgüter geschaffen?
  • Wo liegen nachhaltigkeitsbezogene Wachstumsmärkte, und wie können diese erschlossen werden?
  • Bedarf es einer neuen Definition von Wachstum?

Nachhaltige Unternehmensführung ist für viele Betriebe in der Forstwirtschaft seit jeher Gang und Gäbe. Würde ein Forstbetrieb die Abholzungsquote seines Baumbestandes nicht am Nachwachsen junger Bäume orientieren, könnte er langfristig nicht überleben. Je weiter sich Unternehmen und Konsumenten von den Prinzipien der Bestandserhaltung entfernen, desto eher besteht die Gefahr, dass es zu einer Übernutzung natürlicher Ressourcen kommt und dass die Umwelt als Aufnahmemedium für Abfälle übermäßig belastet wird.

Nachhaltiges Wirtschaften ist bereits seit dem Ende der 1980er Jahren zu einem von der breiteren Öffentlichkeit wahrgenommenen Thema geworden. Es wird meistens mit einem auf den Schutz der natürlichen Umwelt ausgerichteten Verhalten verbunden und ist in diesem Sinne auf die ökologische Nachhaltigkeit fokussiert. Die Vertiefungsrichtung behandelt insbesondere die Frage, wie Unternehmen nachhaltig geführt werden können. So gesehen geht es um das betriebliche Umweltmanagement. Eine rein ‘umweltorientierte’ Unternehmensführung ist aber in einer Marktwirtschaft aus Wettbewerbsgründen nicht realisierbar, ja nicht einmal sinnvoll. Nachhaltigkeit umfasst nämlich neben der ökologischen auch eine soziale sowie eine ökonomische Dimension.

Die soziale Dimension kommt unter anderem unmittelbar in der Forderung zum Ausdruck, „die Bedürfnisse der Gegenwart zu decken, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu beschneiden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“ (wie es in dem Bericht „Our Common Future“ der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen bereits 1987 formuliert worden ist). Der Aspekt der ökonomischen Nachhaltigkeit ist dagegen Hauptgegenstand der allgemeinen betriebswirtschaftlichen Literatur zur Führung von Unternehmen, welche normalerweise auf eine längere Lebensdauer angelegt sind. Wenn auch das betriebliche Umweltmanagement im Fokus steht, werden insoweit wesentliche Aspekte der sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit mitbehandelt, wie es für das grundlegende Verständnis einer (ganzheitlich) nachhaltigen Unternehmensführung notwendig ist.

Sie als Studierende eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiengangs mögen sich fragen, warum Sie sich im Studium überhaupt mit ökologischer Nachhaltigkeit beschäftigen sollten. Ist Umweltschutz nicht eher etwas, womit sich Naturwissenschaftler und Ingenieure auseinandersetzen? Stehen sich Ökonomie und Ökologie trotz ihrer begrifflichen Verwandtschaft nicht konträr gegenüber? Muss sich ein Wirtschaftsmanager also überhaupt mit Umweltschutz befassen?

Die Vertiefung „Sustainability and Corporations“ der EME Research Area möchte Ihnen nahebringen, dass sich sehr wohl auch Wirtschaftswissenschaftler mit den ökologischen Dimensionen unternehmerischen Handelns befassen müssen, soll unsere Gesellschaft gegenüber den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewappnet sein. Dazu bieten wir aktuell 17 Vorlesungen an, die im Bereich Lehrangebot tabellarisch aufgelistet und genauer beschrieben werden. Die Kürzel der Dozenten sind wie folgt zu verstehen:

  • BFW: Professur für Betriebliche Finanzwirtschaft, Prof. Dr. Wolfgang Breuer
  • CON: Professur für Controlling, Prof. Dr. Peter Letmathe
  • DA: Juniorprofessur für Decision Analysis, Jun.-Prof. Dr. Robert Böhm
  • FCN: Professur für Energieökonomik, Prof. Dr. Reinhard Madlener
  • EWF: Professur für Empirische Wirtschaftsforschung, Prof. Dr. Almut Balleer
  • IMMO: Juniorprofessur für Real Estate Finance, Jun.-Prof. Dr. Bertram Steininger
  • IW: Professur für Internationale Wirtschaftsbeziehungen, Prof. Dr. Oliver Lorz
  • LUT: Professur für Unternehmenstheorie, Prof. Dr. Harald Dyckhoff
  • MÖ: Professur für Makroökonomie, Dozentin: Dr. Karin Kottenbauer.
  • OM: Professur für Operations Management, Prof. Dr. Grit Walther
  • WST: Professur für Wirtschafts-, Sozial und Technologiegeschichte, Prof. Dr. Paul Thomes.

Sämtliche Lehrveranstaltungen in der Vertiefung „Sustainability and Corporations“ verfolgen das Ziel, Ihnen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, um die wesentlichen Rahmenbedingungen nachhaltigen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Handelns von Unternehmen zu überblicken und die Rolle und Verantwortung der Unternehmen in einer globalen Marktwirtschaft ganzheitlich zu erkennen. Damit sollen Sie auch dazu befähigt
werden, prinzipiell die Erfordernisse und Möglichkeiten betrieblichen Umweltmanagements auf den verschiedenen Handlungsebenen zu verstehen. Ferner sollen wichtige Ansätze sowie Instrumente des betrieblichen Umweltmanagements vermittelt werden.

Informationen zu den Modulen im Vertiefungsbereich „Sustainability and Corporations“ finden Sie im Bereich Lehrangebot.