Neue Forschung: Unsicherheiten beeinflussen alltägliche Interaktionen

01.04.2017
  Menschliche Unsicherheit Urheberrecht: Robert Böhm

In Zeiten von Umweltbedrohungen durch den Klimawandel oder Migration von Flüchtlichen sind Unsicherheiten über uns selbst oder die Gesellschaft in der wir leben sehr ausgeprägt bei vielen Menschen. Aber was sind die Auswirkungen solcher wahrgenommenen Unsicherheiten für unsere alltäglichen Interaktionen?

EME-Mitglied Robert Böhm zusammen mit Stefan Pfattheicher (Universität Ulm) versuchten diese Frage zu beantworten. In fünf Experimenten haben sie die Unsicherheitswahrnehmung der Versuchsteilnehmer/innen manipuliert und danach Vertrauen gegenüber anderen, unbekannten Personen auf unterschiedliche Art und Weise gemessen. Das bemerkenswerte Ergebnis war, dass Individuen, die große Unsicherheit verspürten, besonders wenig Vertrauen zeigten. Dieser Effekt galt insbesondere für Personen, die normalerweise (ohne Unsicherheit) große Ehrlichkeit und Prosozialität gegenüber Anderen zeigen. In anderen Worten, Unsicherheit reduzierte Vertrauen vor allem unter den "nice Guys". Dieses Ergebnis ist wichtig denn es zeigt die negativen sozialen Konsequenzen der wahrgenommenen Unsicherheiten, die Menschen beispielsweise durch Umweltbedrohungen erleben.

Die Ergebnisse werden im renommierten Journal of Personality and Social Psychology erscheinen, das duch die American Psychological Association herausgegeben wird:

Pfattheicher, S., & Böhm, R. (im Druck). Honesty-Humility under threat: Self-uncertainty destroys trust among the nice guys. Journal of Personality and Social Psychology. psycnet.apa.org/psycinfo/2017-09885-001/