Goderbauers Algorithmus zur optimalen Einteilung der Wahlkreise in der Praxis angewendet

 

Von der Forschung in die Praxis

Sebastian Goderbauer vom Lehrstuhl Operations Research der RWTH Aachen ist der erste deutsche Mathematiker, dessen mathematisches Modell zur Berechnung der Wahlkreise in der Praxis angewendet wurde. Er hatte dieses Themengebiet schon seit Jahren zu seinem Forschungsschwerpunkt gemacht und nun einen Algorithmus entwickelt, der sich an den gesetzlichen Vorgaben und den Einteilungszielen orientiert. Unterstützt vom Lehrstuhlinhaber Professor Marco Lübbecke, der ihn 2012 außerdem auf die Idee gebracht hatte, sich mit dem Thema zu beschäftigen, entwickelte Goderbauer ein Software-Tool für die Berechnung mehrerer Neuzuschnitte der Wahlkreise.

Der Algorithmus dient dazu, Deutschland optimierungsbasiert in Wahlkreise für die deutsche Bundestagswahl einzuteilen. Im Rahmen der aktuellen Debatte um eine Reform des Bundeswahlrechts diskutieren Politiker und Wissenschaftler Änderungsoptionen, die u.a. auch die Wahlkreisanzahl betreffen, in die Deutschland für die Bundestagswahl eingeteilt wird. Zurzeit liegt die Zahl der Wahlkreise bei 299, diskutiert wird eine Reduzierung auf 270, 250 oder 200. Genau für diese Szenarien berechnete Goderbauer und sein Team im Auftrag des Bundeswahlleiters optimierungsbasierte Wahlkreiseinteilungen. Die Debatte um eine Wahlrechtsreform wird geführt, da der Bundestag von Wahl zu Wahl immer mehr Mitglieder bekommt. Diesem Anwachsen wollen die Politiker nun entgegenwirken.

Goderbauers Algorithmus fand eine Lösung für 250 Wahlkreise, die alle gesetzlichen Vorgaben und Bedingungen berücksichtigte. In lediglich einem Wahlkreis wurde der Sollwert von 15 Prozent um 0,5 Prozent überschritten.

Hier kommen Sie zum weiterführenden Artikel, der im Spiegel veröffentlicht wurde.

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06.11.2019